IVF Sternchen Zwillinge

Unser Weg vom Traum zur Wirklichkeit

Seit 14 langen Jahren habe ich diesen unersättlichen Wunsch in mir getragen, den Wunsch, Mutter zu werden. Die Reise zum Elternsein ist für manche ein kurzer, unbeschwerter Weg. Für uns wurde sie zu einem jahrelangen Marsch durch tiefste Täler und über höchste Berge, gepflastert mit Hoffnung, Verzweiflung, Verlust und letztendlich unbeschreiblicher Freude. Diese Geschichte ist unsere – 14 Jahre Sehnsucht, 9 Versuche der künstlichen Befruchtung, 3 herzzerreißende Fehlgeburten (eine Trauer und Enttäuschung in der ein Stück deines Herzens bricht) und das wundersame Ende einer Odyssee: die Geburt unserer Zwillinge. Das alles formte mich auf eine Weise, die ich nie für möglich gehalten hätte. Jeder Schlag, den das Leben mir versetzte, hätte mich brechen können, aber ich weigerte mich, aufzugeben.
Warum ich das alles mit euch teile? Zum einen, weil es sicherlich eine Art Therapie für mich ist; zum anderen, weil ich mich auch gefreut hätte, wenn ich schwarz auf weiß gelesen hätte: ‚Ich bin nicht allein.

Unsere Odyssee begann wie jede gute Geschichte: mit viel Liebe und Hoffnung. Man stürzt sich da hinein, liest Statistiken, wie schnell es ’normalerweise‘ geht, und hört von Freunden, die quasi beim ersten Versuch ins Schwarze getroffen haben. Niemand erwartet, dass es ein Marathon wird. Krankheiten? Operationen? Das klang nach Dingen, die anderen passieren, nicht uns. Doch dann starteten wir unser ‚Bastelprojekt‘ und – oh Wunder – nichts passierte. Die Monate wurden zu Jahren, und die anfängliche Zuversicht verwandelte sich in wachsende Sorge. Viele Untersuchungen, einer Operation und viele Enttäuschungen später war unser Weg klar. Eine künstlichen Befruchtung war unsere Hoffnung, unser Licht am Horizont. Wieder legte man sein ganzes Herz hinein. Glaubte, hoffte und betete, dass es nun doch endlich klappen musste. Unser Traum sich erfüllen wird. Mit jedem Zyklus schwankten wir zwischen Hoffnung und Enttäuschung, ein emotionales Auf und Ab, das nur diejenigen wirklich verstehen können, die es selbst durchlebt haben.

Jeder Versuch, jedes Warten auf ein positives Ergebnis war wie ein stilles Gebet, das zu oft unbeantwortet blieb. Die Momente, in denen die Hoffnung ein Gesicht bekam, wurden dreimal durch die unermessliche Trauer von Fehlgeburten verdunkelt. Diese Verluste waren nicht nur ein körperlicher, sondern auch ein seelischer Schmerz, der tief in unserem Wesen verankert war. Dies ist jedoch eine ganz andere Geschichte und ich denke, hierfür werde ich wohl einen eigenen Beitrag erfassen. In uns brannte dennoch ein unerschütterlicher Glaube daran, dass unser Glück irgendwo auf uns wartete.

Nach endlosen Jahren des Wartens, während denen Tränen und Zweifel meine ständigen Begleiter waren, kam der Moment, der alles auf den Kopf stellte. Aber lasst mich ein bisschen ausholen – Wir reisten nach Rom. Als selbsternannter Tourguide führte ich uns durch die ewige Stadt und natürlich durfte der Trevi-Brunnen nicht fehlen. Wie es sich für Touristen gehört, warfen auch wir unsere Münzen hinein, beladen mit geheimen Wünschen.
Als wir erfahren haben, dass ich schwanger bin war erst nur ein Zwerg zu sehen. Der Arzt, ein Optimist durch und durch, war jedoch fest davon überzeugt, dass sich irgendwo ein zweiter Zwerg versteckt hielt – ein kleiner ‚Gschamiger‘, der sich noch nicht zeigen wollte. Meine Tränen waren eine Mischung aus Freude, Überforderung und einem Hauch Panik. Nach einem erneuten Ultraschall 5 Tage später stand es fest… ZWILLINGE. Es war wie ein Wunder, das plötzlich greifbar wurde. Die Angst und die Sorge, die uns so lange begleitet hatten, wichen einer vorsichtigen Freude. Mit jedem Tag, der verging, mit jedem Herzschlag, den wir bei den Ultraschalluntersuchungen hörten, wuchs die Hoffnung, dass unser langersehnter Traum Wirklichkeit werden könnte.
Während eines Spaziergangs gestand ich meinem Herzensmenschen, dass ich mir in Rom etwas ganz Besonderes gewünscht hatte – ein Kind. Seine Reaktion? Erstaunen, Verblüffung und dann ein herzhaftes Lachen. Er hatte nämlich ebenfalls eine Münze in den Brunnen geworfen mit genau demselben Wunsch. Kein Wunder also, dass wir nun Zwillinge erwarten – der Brunnen in Rom hatte offenbar beschlossen, unsere Wünsche zu erfüllen. Ein riesiges DANKE an den magischen Brunnen!

Die Geburt unserer Zwillinge war der Moment, in dem all unsere Träume, Kämpfe und Gebete eine Antwort fanden. Sie symbolisierten das Ende einer langen Reise und den Beginn eines neuen, wundersamen Kapitels. Unsere Geschichte ist ein Zeugnis der Kraft der Hoffnung, der Stärke der Liebe und der Wunder, die das Leben für uns bereithalten kann, selbst wenn der Weg dorthin unvorstellbar schwer scheint.
Während ich auf die Zukunft blicke, auf die Abenteuer, die vor uns liegen, bin ich erfüllt von Dankbarkeit, Liebe und der tiefen Gewissheit, dass ich, egal was kommt, niemals aufhören werde, für meine Kinder zu kämpfen, für das Glück, das ich mir so sehr gewünscht habe.

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